Planung eines bunten Gemüsegartens

    kostenloses Rezept

    Die Planung eines bunten Gemüsegartens ist wirklich ein spannende Hobby. Es gibt viele Varianten zu unterschiedlichen Beschaffenheiten. Ob Hochbeet, Quadratbeet oder Hügelbeet – hier findest du die Lösungen. In dem Buch “Mein Biogemüse Garten” von Annette Holländer findest du auf 240 Seiten äußerst hilfreiche Beiträge für ein Leben als nachhaltiger Selbstversorger.

    Bevor es konkret an die Anlage eines Gemüsegartens oder ans Säen und Pflanzen geht, empfiehlt sich eine vorausschauende Planung. Dies betrifft Standort und Aufteilung der Beete und Flächen, beispielsweise für Sitzplätze und Kompostierung.
    Ebenso sollten persönliche Vorlieben, Erwartungen an die Ernte und die Zeit, die man investieren kann, berücksichtigt werden.

    INDIVIDUELLE PLANUNG
    Damit der Garten die besten Voraussetzungen bekommt, die persönlichen Prioritäten bedacht sind und die Gartenlust langfristig erhalten bleibt, kann es hilfreich sein, sich im Vorfeld die Fragen auf der folgenden Seite zu stellen und – ehrlich – zu beantworten. Vor allem die Zeit, die für die Anlage und Pflege des Gartens aufgebracht werden kann, sollte realistisch eingeschätzt werden.

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    1 Platzierung der Gemüsebeete und Sonnenstunden

    Gemüse kommt am besten an einen Platz in voller Sonne. Ideal sind Südost-, Süd- oder Südwest-Lagen mit möglichst vielen Sonnenstunden nicht nur im Hochsommer. Wo kann ich meine Gemüsebeete anlegen, um dies zu gewährleisten? Oder wäre es besser, für besonders sonnenhungrige Kulturen wie Tomaten oder Paprika auf die Terrasse und den Anbau in Töpfen auszuweichen?

    2 Bestehende Bodenverhältnisse

    Welchen Boden habe ich zur Verfügung? Ein humoser Boden lässt sich für den Gemüseanbau aufbereiten und auch Grünland in Gartenbeete umwandeln. Habe ich einen solchen Boden zur Verfügung oder eher einen verdichteten oder aus anderen Gründen schwer kultivierbaren Boden, sodass Hügel- und Hochbeete die bessere Alternative sind?

    3 Meine Erwartungen an einen Gemüsegarten Welche Gemüsekulturen sind mir besonders wichtig und möchte ich daher unbedingt anbauen? Wie viel Fläche ist dafür notwendig, auch hinsichtlich der zu beachtenden Fruchtfolge? Reicht mir regelmäßig Salat und frisches Grün aus dem Garten oder möchte ich mich möglichst umfangreich aus dem Garten versorgen?

    4 Zeit für Garten und Gartenarbeit
    
Wie viel Freizeit kann und möchte ich in meinen Garten und in die Arbeit im Garten investieren und wie viel Zeit soll beispielsweise für andere Hobbys zur Verfügung stehen? Entsprechend sollten Fläche und Bepflanzung geplant werden. Eine realistische Einschätzung ist hier wichtig, da schon manchem Gärtner sein Garten im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf gewachsen ist.

    5 Allgemeine Flächenaufteilung in einem Garten
    Welche anderen Flächen müssen bei der Planung berücksichtigt werden? Ein Garten soll ja in der Regel nicht nur Nutzgarten, sondern ebenso Erholungsraum und gegebenenfalls auch Spielplatz sein. So sind Sitzplätze und Freiflächen vorzusehen und ebenso sind Flächen für Wege, Kompostierung, Regentonnen und Aufbewahrung der Gartengeräte zu berücksichtigen.
    Neben den reinen Gemüsekulturen sollten auch Blumen, beispielsweise in Form von Randbepflanzungen mit Stauden und anderen Blühpflanzen, vorhanden sein. Schließlich soll der Gemüsegarten nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch die Sinne erfreuen sowie Lebensräume bieten.

    AUFTEILUNG VON FLÄCHEN UND BEETEN
    Abhängig von der zur Verfügung stehenden Fläche können Beete auf unterschiedliche Weise in Teilflächen aufgeteilt werden. Wichtig ist dabei in jedem Fall, dass alle zu bearbeitenden Flächen von Freiflächen, Wegen oder Trittsteinen aus gut zu erreichen sind. Außerdem sollten Beeteinfassungen und Randbereiche so gestaltet werden, dass ein ständiges Einwachsen von Rasen und Beikräutern in die Beete weitestgehend unterbunden wird. Es gibt bewährte Beetkonzepte, die individuell anpassbar und kombinierbar sind.

    Beete in Reihen
    Eine klassische Aufteilung im Gemüsegarten ist in Beetreihen (siehe Illustration oben). Dabei wird die Fläche in Einzelbeete mit einer Breite von 1,20–1,50 m und einer Länge von 2,00–3,00 m unterteilt. Zwischen die Beete können als Trittflächen Holzbretter, Steinplatten oder Rundkiesel eingebracht werden. Abgrenzungen mit einer Bepflanzung aus Stauden und Kräutern waren bei solchen Beeten traditionell in Bauerngärten üblich. An der Nordseite können Bohnenstangen und Rankgitter für Erbsen und andere kletternde Pflanzen angebracht werden. Für die Trittflächen sollten jeweils 30–40 cm eingeplant werden. In den Beeten können dann Gemüsekulturen entweder in Reihen oder Gruppen gepflanzt werden. Werden die Gemüse jährlich um Reihen bzw. um ein Beet verschoben, lässt sich eine Fruchtfolge einfach einhalten.

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    Quadratbeete
    Eine modernere Aufteilung für Gartenbeete sind Quadratbeete. Die Idee des „Square-Foot-Gardening“ stammt aus den 1980er-Jahren und sollte die Möglichkeit bieten, auf kleinstem Raum viele verschiedene Gemüsesorten anzubauen. Mittlerweile haben Quadratbeete auch in größeren Gärten Einzug gefunden. Das Prinzip besteht darin, dass quadratische Holzrahmen, üblicherweise mit einer Seitenlänge von 1,20 m, als Beetbegrenzung dienen. Der Innenraum der Beete wurde ursprünglich in neun kleinere Parzellen aufgeteilt, die unter Berücksichtigung der Fruchtfolge bepflanzt wurden. Das System der Holzrahmen hat sich auch ohne die etwas unflexible Parzellenaufteilung verbreitet.

    Mandalagarten
    Eine beliebte Form für Gemüsebeete bzw. für den kompletten Gemüsegarten, ist das Mandalabeet oder der Mandalagarten. Der Begriff Mandala stammt aus fernöstlichen Kulturen und bezeichnet ein geometrisches Schaubild, das auf einen Mittelpunkt ausgerichtet ist und bestimmte Muster beinhaltet. Bezogen auf einen Mandalagarten, sind die Gartenbeete in der Regel in einem Kreis angeordnet, der in Tortenstücke aufgeteilt ist. Die einzelnen Tortenstücke werden mit Trittwegen, beispielsweise aus Rundkieseln, abgeteilt. Bei großen Anlagen werden im äußeren Teil der Tortenstücke zusätzlich mittig Trittsteine gesetzt. Der Kreis kann mit Natursteinen begrenzt werden. In der Mitte des Kreises gibt es eine zentrale Fläche, die – abhängig von der Größe des Mandalagartens – als Sitzplatz genutzt wird oder Platz für eine Strauchrose oder eine kleine Kräuterspirale bieten kann. Die Bepflanzung der einzelnen Teilbereiche erfolgt in Mischkultur und nach Fruchtfolgekriterien.

    Die Beete können dabei rundherum durchgewechselt werden. In naturnahen Gärten und in Gärten, die nach Grundsätzen der Permakultur bewirtschaftet werden, ist der Mandalagarten eine beliebte Beetform. Permakultur beinhaltet neben ethischen Prinzipien ein Wirtschaften auf Basis natürlicher Kreisläufe. Permakultur will Lebensräume schaffen für ein nachhaltiges und dauerhaftes Zusammenleben von Pflanzen, Tieren
 und Menschen.

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    Hochbeet, Hügelbeet und Co.
    Auf Flächen mit einem Mutterboden, der nicht für den Gemüseanbau geeignet ist, können alternativ Hochoder Hügelbeete angelegt werden. In der Regel handelt es sich dabei um versiegelte oder stark verdichtete Böden, deren Aufbereitung kaum möglich ist. Daneben haben Hochoder Hügelbeete auch in anderer Hinsicht Vorteile. Sie ermöglichen ein rückenschonenderes Arbeiten, das Pflanzsubstrat bietet eine besonders lockere Struktur und auch als Gestaltungselement können sich diese Beetformen sehen lassen.

    Auf schweren Böden kann im Gemüsegarten eine Kombination aus normalen Gartenbeeten zusammen mit Hoch- oder Hügelbeeten sinnvoll sein, um Fläche für Gemüsearten zu schaffen, die in einem leichteren und lockeren Boden besser gedeihen. Zudem kann bei Hochbeeten ein Gitter als Mäuseschutz eingebracht werden, was schon manche Möhren- oder Pastinakenernte gerettet hat. Auf schlechten Böden kann die Anlage von Hügelbeeten auf lange Sicht für einen Humusaufbau sorgen, da die Beete nach mehreren Jahren Nutzung wieder eingeebnet und in normale Beete umgewandelt werden können. Zu bedenken ist jedoch bei beiden Varianten, dass für diese Beete ein relativ hoher Materialaufwand notwendig ist. Zwar gibt es günstige

    Varianten für den Eigenbau, z. B. Paletten. Dennoch muss eine entsprechende Masse an Füllmaterial zur Verfügung stehen.
    Aufbau von Hoch- und Hügelbeeten
    Hoch- und Hügelbeete werden nach demselben Schema in Schichten von grobem bis feinem Material aufgebaut. In die oberen feinen Schichten kann bereits gepflanzt werden, während das grobe Material in einen Verrottungsprozess eintritt, der Wärme und Nährstoffe freisetzt.

    Anlage eines Hochbeets
    Eine gängige Größe für ein Hochbeet sind 2,00 m Länge und 1,00 m Breite bei einer Höhe von 60–75 cm. Längere Beete müssen von innen mit einem Zugseil oder stabilisierenden Seitenpfosten versehen werden. Dies ist notwendig, damit die Seitenwände nicht auseinandergedrückt werden, wenn das Beet befüllt ist. Als Material dient in der Regel unbehandeltes oder natürlich behandeltes Holz.

    Sonnenfalle
    Hügelbeete können auch hufeisenförmig mit der offenen Seite nach Süden angelegt werden. Im Innenbereich des Beetes entsteht ein warmes und windgeschütztes Kleinklima, das zusätzlich durch größere Steine unterstützt werden kann. Dieses bietet die besten Voraussetzungen für sonnenhungrige Gemüsearten wie Auberginen.

    Möglich sind außerdem Konstruktionen aus geflochtener Weide oder Hasel, die jedoch relativ schnell verrotten und erneuert werden müssen. Auch größere Behälter wie alte Badewannen sind denkbar, wenn ein Wasserabfluss vorhanden ist.

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    Anlage eines Hügelbeets
    Hügelbeete sollten eine Nord-Süd-Ausrichtung aufweisen, damit alle Beetbereiche möglichst viel Sonne bekommen. Länge und Breite der Beete sind relativ variabel, allerdings sollten die Mittelbereiche des Hochbeets von der Seite immer gut erreichbar sein. Um das Beet herum werden vorhandene Rasenkanten am besten abgestochen, um ein Einwachsen von Gras in die Kulturflächen zu verhindern. Auch ein Abschluss beispielsweise mit Hackschnitzeln zur Gras- und Beikrautunterdrückung ist möglich.

    PERSÖNLICHE VORLIEBEN
    Die Auswahl der Gemüsepflanzen, die letztendlich ins Beet kommen, hängt u. a. von den persönlichen Vorlieben und Möglichkeiten ab. Oft sind dabei die Frische selbst angebauter Salate, Kräuter und Blattgemüse ausschlaggebend. Gleichermaßen kann jedoch auch die zur Verfügung stehende Zeit eine große Rolle spielen, sodass Kulturen gewählt werden, die die ganze Saison mit wenig Aufwand auf dem Beet stehen und dennoch eine regelmäßige Ernte ermöglichen. Dies könnte beispielsweise eine Vorkultur mit Spinat gefolgt von Zucchini als Hauptkultur sein.
    Verschiedene bewährte Pflanzenkombinationen und Pflanzideen für Mischkultur und eine gute Fruchtfolge sind ab Seite 61 beschrieben.

    LÖSUNGEN FÜR KLEINE GÄRTEN, BALKON
 UND TERRASSE
    Gärtnern auf kleinen Flächen und auf Balkon oder Terrasse liegt im Trend, da immer mehr Menschen auch im urbanen Raum eigenes Gemüse ernten möchten. Zwar sind für den Anbau von Gemüse auf kleinem Raum grundsätzlich dieselben Bedingungen bezüglich Nährstoffversorgung, Licht, Wasser usw. zu berücksichtigen. Dennoch sind standortabhängig einige Unterschiede zu beachten.
    So herrschen in Stadtgärten meist höhere Temperaturen als auf dem Land. Ebenso sind Balkone und Terrassen in der Regel wärmer als frei stehende Gärten. Dies bedeutet, dass sich die Saison für den Gemüseanbau im Frühling und Herbst um jeweils mindestens 14 Tage verlängern kann. Auf städtischen Balkonen kann auch wärmeliebendes Gemüse oft schon früher als üblich gepflanzt werden, da keine Spätfröste mehr zu befürchten sind. Diese Wärmewirkung, die im Frühling geschätzt wird, führt im Hochsommer oft zu Stauhitze, die nicht von allen Pflanzen vertragen wird. Durch eine passende Arten- und Sortenwahl kann dieses Manko teilweise ausgegleichen werden.
    Wichtig sind auch die Lichtverhältnisse. Während Dachterrassen und höher gelegenen Balkonen oft sehr viel Sonne abbekommen, können Innenhöfe und Erdgeschossterrassen durch eine enge Bebauung sehr schattig sein. Hier gilt es, die sonnenreichsten Standorte für das Gemüsebeet oder den Topfgarten auszuwählen. Auf Balkonen ist grundsätzlich zu beachten, die Pflanzgefäße so hoch zu stellen, dass sie nicht von einem Balkongeländer beschattet werden. Dabei ist dringend zu beachten, dass alle Gefäße gut befestigt und standsicher sein. Ebenso sollte gewährleistet sein, dass überschüssiges Gießwasser nicht auf darunterliegende Balkone oder Terrassen fließt.

    Pflanzgefäße für Balkon und Terrasse
    Viele Salate und Blattgemüse lassen sich problemlos in Balkonkästen oder Gemüsekisten anbauen. Auch Tomaten und besonders Paprika und Chili gedeihen gut in Topfkultur. Für eine erfolgreiche Kultur und reiche Ernte sind die folgenden Aspekte wichtig:

    • Je kleiner das Pflanzgefäß, umso schwieriger ist eine gleichmäßige Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen. Daher immer angemessen große Pflanzgefäße wählen. Für Asia-Salate ist z. B. eine Höhe von 20 cm ausreichend, Wurzelgemüse wie Pastinaken benötigen dagegen eine Höhe von 60 cm.

    • Auf schwarze Pflanzgefäße am besten verzichten, da sich diese z. B. auf Südbalkonen so aufheizen können, dass Wurzelschäden entstehen. Gegebenenfalls kann der Topf beschattet werden, dennoch sollten Sie die Temperatur ab und zu kontrollieren.

    • Das Pflanzsubstrat mit wasserspeichernden Komponenten ergänzen, um einem schnellen Austrocknen entgegenzuwirken. Dies können Schafwollpellets sein, die gleichzeitig eine gute Düngewirkung haben (siehe Seite 54), oder beispielsweise auch Kokosfaser. An sehr heißen Standorten können auch Pflanzgefäße mit einem Wasserspeichersystem sinnvoll sein.

    • Alle Gefäße müssen über einen guten Wasserablauf verfügen, um Staunässe zu vermeiden.

    • Auf großen Balkonen oder Dachterrassen sind auch entsprechend große Pflanztröge bzw. Hochbeete möglich. Allerdings unbedingt die erlaubte Nutzlast der jeweiligen Fläche überprüfen und diese keinesfalls überschreiten. Die Pflanzung in Säcken, beispielsweise Reissäcken oder Grow Bags, aber auch in Kunststoffgemüsekisten kann erheblich zu einer Gewichtsminimierung auf einer Fläche beitragen. Zudem sind dies kostengünstigere Lösungen gegenüber gekauften Pflanztöpfen.

    • Ampeln und Hanging Baskets sind besonders gut für Balkone und teilüberdachte Terrassen geeignet. Sie lassen sich mit Ampeltomaten oder rankendem Gemüse bepflanzen und erhöhen die Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche.

    • Ebenso erhöhen direkt aneinandergestellte rechteckige Pflanzgefäße die Flächenausnutzung gegenüber runden Pflanzgefäßen. Das gilt auch für einen Square-Foot-Kasten.

    Die Vertikale nutzen
    In kleinen Gärten und ebenso auf Balkon und Terrasse lässt sich die Ernte erheblich erhöhen, wenn in die Vertikale gegärtnert wird, man also auch die Höhe nutzt.

    Spaliere, Rankgitter und Tipis aus Weidenruten oder Bambusstäben, die man mit Stangenbohnen, hohen Erbsen oder rankenden Gurken bepflanzt, eignen sich hierfür besonders. Ebenso können Gurken und Tomaten an gespannten Schnüren hochgeleitet werden.

    Weiterhin lassen sich Etagenbeete, z. B. aus Gemüsekisten, errichten. Die unteren Etagen werden dabei mit rankenden Gemüsen bepflanzt, die aus dem Beet herauswachsen können. Dies ist wichtig, da sonst das

    Lichtangebot in den unteren Etagen zu gering wäre. Die obere Etage wird mit hohen Pflanzen bestückt.

    Für den Anbau von Kartoffeln hat sich auf kleinen Flächen die Kartoffelkiste bewährt (siehe, Seite 194).

    Eine andere Variante ist der Kartoffelturm. Hierbei wird aus einem Gitter ein Turm mit ca. 70 cm Durchmesser gebogen, mit Draht verbunden und aufgestellt. Der Boden wird dann mit einer Schicht Erde befüllt, auf die in einem Abstand von etwa 10 cm zueinander und zum Gitter Kartoffeln ausgelegt werden. Darüber kommt eine Schicht Erde und Stroh. Dann wieder eine Lage Kartoffeln usw., bis der Turm vollständig befüllt ist. Die oberste Schicht besteht aus Erde, in die noch eine andere Kultur wie beispielsweise Buschbohnen gesät werden kann. Die Triebe der Kartoffeln wachsen etagenweise seitlich durch das Gitter, während im Inneren die Kartoffeln gebildet werden.

    Laufende Ernte auf kleinen Flächen
    Die Erntemenge ist selbstverständlich in erster Linie von der zur Verfügung stehenden Fläche abhängig. Die wenigsten Balkone und Terrassen verfügen dabei über eine Fläche, die für eine Selbstversorgung mit Gemüse ausreichend sein könnte. Dies gilt ebenso für viele kleine Gärten. Dennoch können Salat, kleine Gürkchen und Cocktailtomaten aus dem Blumenkasten den Speisezettel bereichern.

    Viele Blattgemüse erlauben einen mehrmaligen Schnitt oder werden im Rhythmus von 2–4 Wochen nachgesät, sodass eine regelmäßige Ernte möglich ist. Hierfür sind Schnittsalate, Asia-Senf und Rucola besonders geeignet.

    Nicht jede Gemüseart gedeiht in Töpfen und unter den Bedingungen auf Balkon und Terrasse. Dazu gehören allen voran die großen Kopfkohle. Zum einen benötigen die Starkzehrer viele Nährstoffe und hohe Wassergaben. Zum anderen sind die hohen Sommertemperaturen auf Balkon und Terrasse für diese Gemüse nicht geeignet. Zudem benötigen die großen Kopfkohle die ganze Saison hindurch sehr viel Platz, der in kleinen Gärten mit anderen Gemüsen besser genutzt werden kann.

    Auch Knollensellerie und Lauch sind nur schwierig in Töpfen zu kultivieren und vertragen hohe Temperaturen nicht gut. Hier empfiehlt es sich, auf Sorten wie Schnittsellerie auszuweichen.

    Gleichzeitig gibt es aber viele Gemüse und oft auch spezielle Zuchtformen, die besonders gut für die Topfkultur und für kleine Gärten geeignet sind. Hinweise zur Kultur sowie weitere Sortenempfehlungen sind jeweils bei den Gemüseporträts ab Seite 88 zu finden.

    Regenwurmkompost und Bokashi
    Auf Balkonen und Terrassen und auch in kleinen Gärten ist aus Platzgründen eine Kompostierung oft schwierig. Um dennoch die Fruchtbarkeit in den Pflanzgefäßen aufrechtzuerhalten und Gemüseabfälle sinnvoll zu verwerten, kann eine Wurmkiste angelegt oder Bokashi-Dünger hergestellt werden.

    Wurmkompost aus der Wurmkiste
    Kompostwürmer fressen abgestorbene Pflanzenteilchen und scheiden krümelige Häufchen aus. Diese sind fruchtbarer als andere Erden oder Gartenkompost. Um Wurmkompost zu erhalten, bietet sich eine Wurmkiste an:

    • Sie benötigen eine geschlossene Kiste aus unbehandeltem, atmungsaktivem Holz.

    • Kompostwürmer zusammen mit etwas Humus einsetzen und mit Obst- und Gemüseabfällen (keine Zwiebelschalen und Zitrusfrüchte) füttern.

    • Ist die Kiste nach einiger Zeit knapp zur Hälfte gefüllt, wird der Inhalt auf eine Seite gehäuft. Auf die andere Seite kommen ab jetzt nur noch die frischen Küchenreste.

    • Die Kompostwürmer verlassen den reifen Wurmhumus und wandern auf die andere Seite zur Nahrung. Der fertige Wurmkompost kann geerntet und in Pflanzgefäßen verteilt werden.

    • Kiste schattig stellen und nicht austrocknen lassen. Temperaturen um 20 °C sind ideal. Im Winter in die Wohnung oder den Heizungskeller stellen.

    Bokashi – fermentierte Küchenabfälle
    In einem Bokashi-Eimer werden Obst- und Gemüseabfälle zusammen mit sogenannten effektiven Mikroorganismen (EM) fermentiert. Ein entsprechender Eimer und EM sind im Fachhandel erhältlich. Eine regelmäßige Zugabe von Gesteinsmehl und/ oder Pflanzenkohle zu den Küchenabfällen ist sinnvoll. Als Dünger wie folgt verwenden:

    • Die ablaufende Flüssigkeit wird 1:100 mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger eingesetzt.

    • Die fermentierten Abfälle werden von Herbst bis Frühling (mindestens zwei Wochen, besser länger, vor der nächsten Pflanzung) als organischer Volldünger in die Erde eingearbeitet und vollständig abgedeckt.

    Diese und viele weitere wundervolle Anleitungen findest du in diesem Buch:


    Planung eines bunten Gemüsegartens - kostenloses Rezept

    MEIN BIOGEMÜSE-GARTEN

    DAS STANDARDWERK – ANBAU UND VERMEHRUNG SAMENFESTER SORTEN
    Autor: Annette Holländer
    ISBN: 978-3-86355-883-3
    Seiten: 240
    Format: 23,5 x 20 cm
    Ausstattung: Hardcover

     

     

     

    Planung eines bunten Gemüsegartens - kostenloses Rezept
    Aus dicken Planken oder Bauholz errichtet, halten auch einfache Hochbeete mehrere Jahre, bis sie ersetzt werden müssen.

    Planung eines bunten Gemüsegartens - kostenloses Rezept
    Tomaten wachsen in großen Gefäßen auch auf dem Balkon. Wichtig sind eine gute Wasserversorgung und die richtige Sortenwahl.

    Planung eines bunten Gemüsegartens - kostenloses Rezept
    Stangenbohnen brauchen ein Rankgitter und wachsen dann platz- sparend in der Vertikalen. Ein idealer Sichtschutz.

    Planung eines bunten Gemüsegartens - kostenloses Rezept
    Kleine Salate und Kohlrabi gedeihen auch in großen Kästen oder kleinen Hochbeeten auf Balkon und Terrasse.

    Planung eines bunten Gemüsegartens - kostenloses Rezept
    Große Kopfkohle bevorzugen einen kühlen Standort und brauchen viel Platz. Sie sind im Beet besser aufgehoben als im Topf.

    © EMF / Kristijan Matic

    Copyright © 2019 EMF Verlag
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    Wir wünschen dir viel Spaß beim Anlegen und der Planung eines bunten Gemüsegartens.

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    FOLGE DEINER INSPIRATION – BEIM HANDARBEITEN, GESTALTEN, MALEN UND GENIESSE „Wie kopiere ich ein Kunstwerk“ – mit diesem Titel des spanischen Zeichenkünstlers José Maria Parramón startet die Edition Michael Fischer 1985 ihr erstes Programm. Neugegründet als Verlag für Kreativtechniken, erscheinen Bücher zu den Themen Zeichnen lernen, Maltechniken und Kompositionslehre. Verlagsgründer Michael Fischer, Sohn des Boje-Verlegers Hanns-Jörg Fischer, entwickelt die Edition Michael Fischer in den darauffolgenden Jahren zum führenden Verlag für Anleitungsbücher im Bereich Malen & Zeichnen: Unter seiner Leitung erscheinen heutige Klassiker wie die „Sammlung Leonardo“ oder auch „Das Handbuch für Künstler“. Das Programm der Edition Michael Fischer umfasst schließlich ein vielseitiges und fundiertes Ratgeberangebot für den Hobbykünstler.